Friday, November 21. 2008EU Entscheidung fällt gegen Nackt-Scanner am Flughafen
Die Idee des Ganzkörper-Scanners ist wegen Widerstand im Europa-Parlament von der Brüsseler Behörde vorerst gestrichen worden. Das Gerät, mit dem Flugpassagiere nahezu bis auf die Haut 'gesichtet' werden können, löste vielfach Empören aus. Auch wenn mit dieser Kontrolle jegliche, am Körper versteckt Waffen aufgespürt und Gefahren gebannt werden können, stelle dies einen wohl unzumutbare Eingriff in die Intimsphäre dar. Der Sprecher Fabia Pirotto teilte mit, dass man sich nun im Bereich der Luftverkehrssicherheit erst einmal auf die Überarbeitung des Verbots von Flüssigkeiten an Bord konzentrieren will. Möglicherweise kann jenes Verbot bereits 2010 wieder aufgehoben werden, wenn bis dahin entsprechende Geräte zum Aufspüren gefährlicher Flüssigkeiten im Handgepäck flächendeckend zur Verfügung stehen.
Die Aufnahme der neuen Kontrollscanner, die auf manchen Flughäfen wie in der USA, der Schweiz oder in Holland bereits getestet wurden, in die überarbeitete Fassung der Kontrollvorgaben der EU-Verordnung behinderte die Arbeit dieser enorm, was letztlich zur Streichung der Idee führte. In der aufgekommenen Debatte um den Nackt-Scanner haben sich viele Politiker gegen die neuartige Kontrollmethode ausgesprochen. So betonte Martin Schulz (SPD) beispielsweise, dass sie 'erniedrigend seien und die Menschenwürde beeinträchtigen'. Auch auf eventuelle Risiken für die Gesundheit des 'durchleuchteten Menschen' wurde in den Diskussionen um das Gerät hingewiesen, denn diese sind noch nicht genau erforscht.
[UPDATE] Obwohl das Bundesinnenministerium vergewisserte, dass die umstrittenen Nackt-Scanner nicht zum Einsatz kommen werden, lässt die Regierung den Body-Scanner nun doch testen und räumt Gespräche mit den Herstellern ein. Angeblich versuche man derzeit, die Bilddarstellung der Geräte so zu verändern, dass die Persönlichkeitsrechte nicht angegriffen werden. Kritiker befürchten jedoch, dass diese Tests nicht (nur) der Forschung, sondern vielmehr der Vorbereitung auf den Einsatz in der Praxis dienen. |
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