Tuesday, April 20. 2010Das Flugverbot in Europa wird teilweise gelockert
Die Aschewolke infolge eines erneuten Vulkanausbruchs auf Island hat den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm gelegt. Seit Donnerstag, dem 15. April, mussten in ganz Europa über 63.000 Flüge gestrichen werden. Nach vier Tagen Ausnahmezustand scheint sich die Lage nun allmählich zu verbessern. In südeuropäischen Ländern und in Skandinavien etwa dürfen seit Montag Morgen wieder Flugzeuge starten. Nach einer Videokonferenz am Montag, dem 19. April 2010, einigten sich die Verkehrsminister auf eine Lockerung des Flugverbotes. Bis morgen früh will die EU-Flugsicherheitsbehörde entsprechende Zonen bekannt geben, die aufgrund der geringen Asche-Konzentration wieder für den Luftverkehr frei gegeben werden können, wie der Deutschlandfunk mitteilte. Auch in Deutschland stellte das Luftfahrt-Bundesamt für mehrere Fluggesellschaften Sondergenehmigungen aus, damit sie deutsche Passagiere zurückholen können.
Laut der Pilotenvereinigung Cockpit stellen Vulkanasche-Wolken eine große Gefahr für den Flugverkehr dar. Im schlimmsten Fall können sie zum Ausfall der Triebwerke führen. Solche Vorfälle gab es bereits in der Vergangenheit, die jedoch glücklich ausgingen, da die Triebwerke, nachdem die Flugzeuge buchstäblich aus der Asche-Wolke gefallen sind, wieder neu gestartet werden konnten. Weiterhin können die Sensoren für die Höhen- und Geschwindigkeitsmessgeräte an Bord beschädigt werden und ausfallen. Zudem hätte ein Film aus Aschepartikeln auf dem Flugzeug negative Auswirkungen auf die Aerodynamik der Maschine. Für die Gesundheit bestehe hingegen keine Gefahr, da die Konzentration am Boden zu gering ist.
Auch wenn die Fluggesellschaften die lange Sperrung des Luftraums sowie das Krisenmanagement der Bundesregierung und der EU kritisieren, muss die besondere Ausnahmesituation in Rechnung gestellt werden. So existieren beispielsweise keine Grenzwerte für die Asche-Konzentration, die besagen, ab wann der Flugverkehr wieder geöffnet werden könne. Dafür müssen mehrere Messungen durchgeführt werden, wie sie derzeit das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum unternimmt. Anders als beim Vulkanausbruch vor vier Wochen, entstand beim erneuten Ausbruch des isländischen Eyjafjallajökull Mitte letzter Woche eine bis zu 12 Kilometer hohe Aschewolke, da das Magma erst durch die 200 Meter dicke Eisschicht des Eyjafjalla-Gletschers an die Oberfläche gelangt. Laut derzeitigem Erkenntnisstand, wie er auf Welt.de nachzulesen ist, befindet sich die Aschewolke derzeit noch in bis zu fünf Kilometer Höhe, wobei die Konzentration der für den Flugverkehr gefährlichen Vulkanaerosolen nicht homogen verteilt ist und sich daher Zeiten eines hohen Risikos mit Zeiten eines geringen Risikos abwechseln. |
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